2. Juni 2008 0

Der Berg Sinai

Von in Ausstellungen, Der Berg Sinai, Installationen, Luminale08, ProjektionsZirkus

der_berg_sinai_offenbarungIm Rahmen der Luminale08 in Frankfurt a.M. baut ProjektionsZirkus eine interaktive, ans Internet angebundene Installation. Eingeladen von der Projektgruppe “Der letzte macht das Licht aus” präsentiert der Projektionsareal e.V. neben der “Copy Machine” und weiteren Lichtinstallationen die Rauminstallation “Der Berg Sinai”.

Per Internetanbindung werden Bilder, Videos und Audiosamples gemäß themenbezogener Tags via Livestream im WWW aufgestöbert und als Inhalte der menschlichen Silhouetten verwendet. Diese Silhouetten sind die Abbilder der auf der Interaktionsfläche miteinander agierenden Besucher. Mittels dieser Kombination aus direkter und indirekter Kommunikation verwandelt sich die leichte Erhebung des Bodens idealerweise in einen Ort der Offenbarung, in dem Gegensätze zu verschmelzen beginnen und Wiederstände sich auflösen.

Was passiert in der Installation?

Der Besucher ist Betrachter und gleichermaßen aktiver Gestalter der Installation.
Eine große semitransparente Glasfläche dient als Träger menschlicher Silhouetten. Menschen, die sich in der Nähe der Wandfläche aufhalten bilden ihren Umriss auf diese ab. Ihr Umriss wird mit Farben & Formen abstrakter als auch gegenständlicher Inhalte gefüllt. Dabei ergeben sich wieder und wieder neue Interpretationsansätze, da die Inhalte ständig neu kombiniert werden. Der Mensch dient gewissermaßen als Träger dieser Information, er „beinhaltet“ sie. Durch das Zusammenfinden mehrerer Besucher wird nach und nach ein Gesamtbild aufgedeckt, welches durch einzeln stehende Menschen nur fragmentarisch enthüllt werden kann. Die Installation hält die Besucher also dazu an, zusammen zu rücken, um die tiefer liegenden Informationen vollständig zu offenbaren.

Desweiteren befindet sich ein Podest vor der Glasfäche, als symbolisierten Raum der Begegnung. Besteigt jemand die Fläche, so docken an ihm Lichtobjekte an und begleiten ihn auf seinem Weg über das Podest. Verschwindet der Letzte von der „Bildfläche“ oder verlässt ein einzelner die reaktive Zone für Podeste und Glasfront, so verschwinden auch dessen aus Licht bestehenden Repräsentanten. Der Letzte macht also das Licht aus…

Intention

Licht ist Energie, ist stofflose Materie, hat eine metaphysische Komponente als Symbol des Lebens. Licht als Ausdrucksmittel fasziniert und spiegelt Aufmerksamkeit wieder. Befinden sich also Menschen im Dialog mit der Installation, entstehen Inhalte in Form von Licht als Informationsträger. Der Lauf des Lebens manifestiert sich in diesem Moment, wobei der momentane Zustand der Inhalte abhängig von den Bewegungen der Besucher ist. Dem Menschen kommen seine schöpferischen Fähigkeiten und die damit zusammenhängende Verantwortung zu Bewusstsein.
Gleichermaßen vergehen alle Formen, verlassen die Besucher die Fläche. Mit dem Schwinden des Lichts verliert der Interaktionsort auch seine Energie. Mit dem letzten, der geht, stirbt auch eine von unendlich vielen Möglichkeiten der Manifestation des Lebens.
Diesbezüglich thematisiert die Installation mit Hilfe des Mediums „Licht“ Dualismen wie Leben und Tod, Licht und Schatten, Wiedergeburt und Vergänglichkeit, Gemeinsamkeit & Einsamkeit.

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