Lange Nacht der elektronischen Musik
unter dem Motto des MehrKlang Festivals 2010
“das Eigene- das Fremde- das Andere- das Neue”
www.mehrklang-freiburg.de

14.05.2010 / Installationen ab 18.00 Uhr / Konzerte ab 21.00 Uhr
Kulturpark Freiburg, Haslacherstr. 43
Eintritt: 12 Eur / 8 Eur
Am 14. Mai findet im Rahmen des Mehrklang Festivals 2010 auf dem Gelände des Kulturpark Freiburg die “Lange Nacht der elektronischen Musik” statt. In den Räumen der Bildhauerwerkstatt Kunstflug des Jugendhilfswerks / Tankstelle, der Projektwerstatt Kubus³, dem Hof und der Hörbar kann man außergewöhnlichen Konzerten lauschen. Die in den verschiedenen Spielstätten präsentierten Arbeiten geben dem Zuhörer Einblick in die unterschiedlichen Spielweisen der elektronischen und elektroakustischen Musik. Dazu werden im Kubus³ Solo-Auftritte sowie verschiedene Kooperationen mit Instrumentalisten dargeboten. In der Bildhauerwerkstatt / Tankstelle finden interaktive Konzerte sowie Improvisationen statt. Außerdem gibt es auf dem Gelände und in der Hörbar Audio und Video Installationen. Auch eine Präsentation die von Schülern des Experimentalstudios für Elektronische und Elektroakustische Musik der Musikschule Konstanz im vergangenen Schuljahr extra für die Lange Nacht der elektronischen Musik erarbeitet wurde, ist Teil der Veranstaltung. Um tatsächlich ein möglichst breites Spektrum im Bereich der Neuen Musik, Elektroakustik und Musique Concrète vermitteln zu können, präsentieren neben den lokalen Aktivisten auch Musiker aus anderen Städten ihre Werke.
“LNdeM“ wird unterstützt von: IAL e.V.; Kulturpark Freiburg, Kubus³ – Projektwerkstatt Verein für Kunst, Bildung und Schule e.V.; Sparkasse Nördl. Brsg; MehrKlang Freiburg und durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes.
Installationen ab 18.00 Uhr:
Hörbar: Experimentalstudio für Elektronische und Elektroakustische Musik der Musikschule Konstanz “plugged_meal”
Kubus³: Ulrich Troyer “Sehen mit Ohren”
Hof: Roland Sproll “Schattendasein”
Konzerte ab 21.00 Uhr
Bildhauerwerkstatt / Tankstelle:
Carlos Cotallo Solares “Persona, Was in einer großen Stadt draufgeht”
Stephan Mathieu “Music with Magnetic Strings”
Endphase und Servando Barreiro “Endphase 17″
Kubus³:
ensemble chronophonie “In Your Dreams (Donald Bousted), Self-reflecting Next To Beside Besides (Simon Steen-Andersen)”
Chastel & Wegner “360°, Kabine der Simultanübersetzer – Zelle 2 & 4 (Christian Billian), Improvisation”
Ralf Freudenberger “Texturen”
ensemble chronophonie

Donald Bousted – In Your Dreams (2005)
“In your dreams“, eine Komposition für duo Contour von Donald Bousted. Das 16 Minuten dauernde Stück ist für folgende Instrumentierung geschrieben worden:
19- und 24- Ton Trompeten, ein Perkussion-Set mit Holzplatte, eine Minidisk einschließlich der Hülle und eine Hustenbonbondose mit einer Kette darin. Weitere Klangerzeuger sind eine DVD (mit dem PA Soundtrack) sowie zwei weitere CDs, die über zwei Paar NXT Signalgeber abgespielt werden.
Die DVD beruht auf der Performance „Deliverance“ der Künstlerin Barbara Dean, in welcher sie den Boden mit ihren Haaren wischt.
Simon Steen-Andersen – Self-reflecting Next To Beside Besides
Ein abstrakt konzipiertes Musikstück wird immer dasselbe Stück bleiben, selbst wenn es auf Instrumenten gespielt wird, die sich in ihrer Handhabung grundlegend unterscheiden. Aber was passiert, wenn die abstrakte Komposition gerade auf die Bewegungen des Spielers, die zum Hervorbringen von Klang nötig sind, ausgerichtet ist? Was, wenn die Komposition als eine Art „Choreografie“ für Musiker und Instrument gedacht ist – mit dem Klang als Resultat? Dann würde
sich das gleiche Stück auf Instrumenten mit unterschiedlichen Relationen von Bewegung zu Klang auch vollkommen anders anhören. Und ist es dann eigentlich überhaupt noch ein und dasselbe Stück? Das recycelte „Next to Beside Besides“ ist eine offene Folge von choreografischen Übersetzungen des
Musikstücks „Beside Besides“ (für Solo-Cello), ein Stück, das an sich schon ein Ableger des Ensemble-Stücks „Besides“ ist.
Die vielen verschiedenen Abstufungen von Abstrakt- und Konkretheit zwischen reinem Klang und reiner Bewegung in „Beside Besides“ ergeben sich aus den Umsetzungen: Diese enthalten genau gleich klingende Passagen (in welchen die Musik abstrakt oder als Klang gedacht ist) und sehr unterschiedliche
Klangpassagen (in welchen die Musik z.B. auf Bewegungen beruht, die in unterschiedlichem Maße stufenweise linear fortschreitet).
Um diese Unterschiede mitzubekommen, muss man die verschiedenen Versionen „nebeneinander“ anhören – das kann eine nach der anderen sein oder vielleicht noch viel besser simultan!
In anderen Worten: Der Zyklus ist nicht nur eine offene Folge von Variationen, Versionen oder Lösungen verschiedener Probleme und Methoden der Umsetzung – er gibt auch Gelegenheit, zahllose Kombinationen von Ensemblekompositionen aneinander zu reihen, die zwar im Klang heterophon, in der Bewegung aber homophon sind. Dabei sind Unterschied und Gleichheit im Fokus; das Übersetzen selbst wird zum musikalischen Parameter.
Eine weitere, „selbst-referenzielle“ Möglichkeit der Kombination: Zwei oder mehrere Umsetzungen werden von demselben Spieler gespielt und per Video aufgenommen; die zweite Umsetzung wird zusammen mit der Video-Aufnahme der ersten Umsetzung gespielt; die dritte Umsetzung wird zusammen mit einem Video gespielt, das die zweite Performance mit dem Video der ersten Performance wiedergibt, u.s.w.
Biografie
ensemble chronophonie wurde 2001 gegründet und hat seitdem rund siebzig Werke zur Uraufführung gebracht. 2004 wurde das Ensemble mit einem Förderpreis der Ernst-von-Siemens Musikstiftung und einem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg ausgezeichnet und war 2005 „ensemble in
residence“ beim Festival Music Today, Seoul. Seine Konzerte wurden vom Deutschlandfunk und dem SWR aufgezeichnet. ensemble chronophonie wird von der Stadt Freiburg unterstützt und ist Mitglied im Netzwerk mehrklang!freiburg. In Freiburg hat ensemble chronoponie eine Konzertreihe im Museum für Neue Kunst.
Die „nmz“ schrieb über die Uraufführung von Hermann Kellers zweitem Klavierkonzert 2006 in Rheinsberg: „Mit dem Ensemble Phonophobie [so der frühere Name des Ensembles] aus Freiburg – auch das eine interpretatorische Entdeckung – und dem Komponisten an den Flügeln war unter Leitung
von Manuel Nawri eine durchweg gelungene Uraufführung zu erleben.“
Der SWR sprach in seinem Bericht über das „unter vier Ohren“ Projekt 2005 von einer „hochkarätigen Veranstaltung“.
Ralf Freudenberger

Texturen
Ralf Freudenberger wird mit präparierter Gitarre und Computer Klangtexturen mit variierenden Pattern entwerfen. Dicke Soundteppiche mit orientalischen Mustern lösen sich in minimalistisch behandelte Motive auf um sich anschließend wieder zu verdichten… Die digitale Bearbeitung basiert ausschließlich auf live eingespielten Gitarrensounds.
Biografie
Ralf Freudenberger studierte von 1991 bis 1997 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart Gitarre, Saxophon und Komposition. Seit 1996 ist er als freischaffender Komponist, Arrangeur, Instrumentalist und Produzent für internationale Theater-, Ballet- und Radioproduktionen tätig.
www.lastfm.de/music/Ralf+Freudenberger
Carlos Cotallo Solares

Persona
In dem Stück “Persona“ habe ich vokale Klänge mit einfachen elektronischen Mitteln auf verschiedene Weisen verfremdet. Dadurch hört man die Stimme manchmal als Träger der Sprache, manchmal als Teil der menschlichen Identität und manchmal als abstrakten Klang.
Was in einer großen Stadt draufgeht
“Was in einer großen Stadt draufgeht“ arbeitet mit der Aufnahme eines Textes von Johann Peter Hebel (Sprecherin: Heike Aust), die ich erst geschnitten und dann wieder neu montiert habe. Intonation und die Aussprache werden dadurch angegriffen, und der Text erscheint auf unterschiedlichen Stufen der Abstraktion.
Im Mittelpunkt beider Kompositionen steht das Verhältnis von Musik und Sprache und dessen Thematisierung mit den Mitteln der Elektronik.
Biografie
Carlos Cotallo Solares wurde in Vitoria, Spanien, 1989 geboren. Als er 6 Jahre alt war, fing er an Geige zu spielen. Seit 2008 studiert er Komposition an der Musikhochschule Freiburg bei Cornelius Schwehr und ist seit 2009 Tutor des Studios für elektronische Musik und Akustik.
Guillaume Chastel und Ephraim Wegner

360°
“360°” ist ein kleiner Auszug aus Ephraims Arbeit als DJ für das Ensemble Alarm. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen DJ Set werden hier keine Stücke kombiniert sonden verschiedene Gegenstände rotieren auf dem Plattenspieler. Durch digitale Verfremdung entstehen Klangwolken welche sowohl
rhythmisch wie klanglich gesteuert werden können. Die Arbeit widmet sich dem zyklischen wiederkehren von Klängen und deren Überlagerung.
Christian Billian – Kabine der Simultanübersetzer – Zelle 2 & 4 für kleine Trommel
“Kabine der Simultanübersetzer” ist ein Zyklus von vier Stücken (Zelle 1-4) für kleine Trommel. In den vier Stücken wird ein Vers aus der ältesten überlieferten deutschen Lyrik, dem ersten Merseburger Zauberspruch aus dem 9.Jhd. in Musik (in klingende Bewegung) übersetzt. „Simultan übersetzt“ deshalb, weil der Text nicht nur gesprochen verwendet wird (zelle 1), sondern als Buchstaben auch direkt auf das Fell getrommelt (zelle 1), gerieben und gekratzt (zelle 3) wird. In Zelle 2 werden beispielsweise die einzelnen Laute des althochdeutschen Wortes „insprinc“ (entspring) in Trommelklänge übersetzt und im Verlauf des Stückes klanglich verwandelt. Eine weitere Verbindung von Text und Musik besteht durch ihre Geschichte. Die Merseburger Zaubersprüche waren Beschwörungsformeln, um den Gegner außer Gefecht zu setzen und um Gefangenenbefreiung herbeizubeschwören – die Militärtrommel war ein Instrument, um mit seiner
enormen Lautstärke den Gegner „zu beschwören“. In den vier Trommelstücken ist es das klangreiche leisere Innenleben der kleinen Trommel, was im Zentrum steht: die Symphonik an Streich-/Kratz/- Klopfgeräuschen, Resonanz- und Fellklängen. Die kontemplative, Sich-in-den-Klang-versenkende nichtmilitärische
Kehrseite der kleinen Trommel.
Die „Kabine“ aus dem Titel des Stückes ist wiederum ein Bild für den Solist, der den Zauberspruch in Musik „simultanüberstetzt“. Die Konzentration auf klangliche Nuancen, Farbunterschiede und die Magie der Bewegung auf dem Instrument.
Der Zyklus wurde 2002 für Guillaume Chastel komponiert.
Improvisation
Uraufgeführt wurde die Improvisation auf der Veranstaltung Ug3-Neun Positionen in der Universitäts Tiefgarage Freiburg. Thematisch bezieht sich das Stück auf den Spielort “Tiefgarage”. Aufgenommene Klänge von verschiedenen Kraftfahrzeugen werden live variiert und verfremdet. Dieses Spiel wird von
Guillaume Chastel aufgegriffen und fortgeführt. Ziel ist es, beide Klangquellen, die elektronische und die akustische, bis zur Unkenntlichkeit miteinander zu vermischen.
Biografie
Der französische Schlagzeuger Guillaume Chastel, der 1973 in Algerien geboren wurde, begann im Alter von elf Jahren bei Antoine Gastinel am Konservatorium in Bayonne Schlagzeug zu spielen. Dort legte er 1992/93 sein erstes Diplom ab. 1994 studierte er weiter bei Sylvio Gualda in Versailles. 1997 gewann er den zweiten Preis beim Wettbewerb “Jeunes Solistes d´lle de France” und war Teilnehmer beim Internationalen ARD Wettbewerb für Percussion. Im Anschluss daran entschied er sich an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg bei Prof. Bernhard Wulff zu studieren, wo er 2003 mit Solistenabschluss
bestand. Guillaume Chastel trat bereits auf zahlreichen Festivals in ganz Europa und Asien auf und war 1999 im Halbfinale des Internationalen Vibraphon Wettbewerb Clermont-Ferrand. Er spielte in Ensembles wie der Basel Sinfonietta, Ensemble Surplus, Ensemble Resonanz, Ensemble Klangforum Wien und war
bis 2001 Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). 2002 gewann er den Preis des Internationalen Festival “Wave Art Fair” in Seoul.
Sein besonderes Interesse gilt den verschiedenen Kulturen und ihrem musikalischen Erbe, der Arbeit mit Musik-Theatern und Komponisten sowie der Improvisation. Sein Repertoire umfasst die bekanntesten Solo und Ensemble Kompositionen der klassischen sowie zeitgenössischen Musik.
Ephraim Wegner, der in den frühen neunzigern als DJ im elektronischen Bereich anfing, hat seine künstlerische Arbeit mittlerweile hauptsächlich auf das Komponieren eigener Stücke verlagert. Unter anderem vertont er Theater-und Tanzstücke sowie Kurzfilme und ist in der Musikvermittlung, im Bereich
der Neuen Musik, an Schulen tätig. In Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern realisierte er verschiedene Ausstellungsprojekte und Installationen.
www.anti-matter-plant.org
www.lastfm.de/music/Ephraim+Wegner
Endphase und Servando Barreiro


Endphase 17
Eine Performance für klangliche und visuelle Mittel.
Biografie
Das Projekt Endphase besteht aus den Musikern und Komponisten Alberto C. Bernal, Enrique Tomás und João Pais. Endphase versucht, traditionelle musikalische Konzepte (nicht nur in Bezug auf ihre ästhetischen, sondern auch stilistische und technische Aspekte betreffend) zu überwinden und so eine
Umgebung zu schaffen, in der neue Ideen, Konzepte und Annäherungen umgesetzt werden können.
Im Juni 2004 hatten sie ihre erste Aufführung an der Musikhochschule Freiburg. Seitdem gab es zahlreiche Auftritte, u.a. beim Neue-Musik-Festival in Darmstadt, aber auch weitere in Deutschland, Ungarn und in den Niederlanden – z.T. solo, aber auch in Kooperation mit anderen Musikern.
Zur Klangproduktion und -bearbeitung verwenden die Künstler Laptops, teilweise in Verbindung mit externen Klangquellen sowie andere Geräte.
Jedes musikalische Projekt wird flexibel erarbeitet und gehandhabt: Alle drei Mitglieder erörtern zusammen verschiedene Modelle, Ideen und die Bearbeitung, anschließend wird einzeln, aber auch zusammen geprobt. Die Konzertaufführung ist die letzte Stufe des Projekts, die Endphase, in der das zuvor gesammelte und erarbeitete Tonmaterial öffentlich präsentiert wird. Bei dem Endprodukt, dem fertigen musikalischen Werk handelt es sich nicht um eine Improvisation im
Sinne von Aktion und Re-Aktion, sondern vielmehr um eine konzeptionelle Komposition, die ihre endgültige Form nur durch die Improvisation in Echtzeit annimmt.
Nach jeder Endphase ist ein so genannter Endpunkt erreicht: Nach Möglichkeit wird jede einzelne Performance dokumentiert und aufgezeichnet.
Jede einzelne Aufführung gibt es nur ein einziges Mal – zurück bleiben nur die Ideen, Konzepte und Arbeitstechniken, die wieder für nachfolgende Projekte aufgegriffen werden können.
So ist jede Endphase nicht nur ein einzigartiges und nicht reproduzierbares Stück, sondern immer auch eine Work-in-Progress-Arbeit, eingebettet in einen bestimmten zeitlichen Rahmen.
http://174.132.8.254/index.html
Schüler des Experimentalstudios für Elektronische und Elektroakustische Musik der Musikschule Konstanz

plugged_meal
Für die lange Nacht der elektronischen Musik entwickelte die Klasse gemeinsam mit Alexander Grebtschenko die Installation “plugged_meal” welche unter dem Motto “Kokosnüsse, Audioanschlüsse, Bananen, digitale Prozesse und Kabelsalat” in der Hörbar präsentiert wird. An einer Tafel essen die Teilnehmer gemeinsam, Klänge werden abgenommen sowie digital weiterverarbeitet. Somit entsteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den visuellen Tätigkeiten der Speisenden und dem akkustischen Signal.
Biografie
Das Experimentalstudio für Elektronische und Elektroakustische Musik der Musikschule Konstanz ist bereits bekannt durch GLEICHZEIT gedeiht, aufgeführt im Botanischen Garten auf dem letzten Mehrklangfestival 2009.
Alexander Grebtschenko, geboren 1975 in Varna, Bulgarien. Studierte bis 2002 Komposition bei Prof. Cornelius Schwehr und Elektronische Musik bei Prof. Mesias Maiguashca an der Musikhochschule Freiburg. Ab 2004 unterrichtet er an den neugegründeten Studios für elektronische und elektroakustische Musik an der Musikschule Konstanz und ist auch an der Studio für Elektronische Musik und Akustik der Musikhochschule Freiburg tätig. Diverse Stipendien u.a. Landesgraduiertenförderung im Fach Akustik, Stipendium des Bundespräsidenten, Stipendium im Rahmen der Donaueschinger Musiktage.
Radiosendungen im DeutschlandRadio Berlin, SWR, RDL, WDR. Aufführungen in vielen europäischen Länder sowie Kanada und in der USA. Kompositionsaufträge von ensemble recherche, duo contour, Duo Fluktuation, Ensemble Alarm u.a.
Stephan Mathieu

Music with Magnetic Strings
Für Zither, Elektromagnete und Computer
Biografie
Stephan Mathieu ist ein deutscher Musiker und Klangkünstler, dessen Arbeit auf digitalen und analogen Bearbeitungstechniken basiert. Seine Arbeiten bewegen sich im Bereich der digitalen Kunst und Elektroakustik. Seit 1999 veröffentlichte Mathieu 18 Alben und verschiedene Compilations bei zahlreichen
internationalen Musiklabels wie z.B. Touch, Cronica und Spekk. Neben seinen Soloarbeiten kooperiert er mit Akira Rabelais, Taylor Deupree, Douglas Benford, John Hudak, Ekkehard Ehlers und Janek Schaefer.
Für seine Musik bearbeitet er Aufnahmen akustischer, hauptsächlich aus früheren Epochen stammenden Musikinstrumenten mit digitalen und elektroakustischen Methoden und setzt historische Medien wie mechanische Grammofone ein.
Stephans Arbeit wurde mit der Landschaftsmalerei eines Caspar David Friedrich verglichen: „Mathieu beweist, dass man mit dem Laptop – einem funktionell ausgerichteten und unpersönlichen Instrument – durchaus musikalische Werke schaffen kann, die nicht nur von seltener Schönheit sind, sondern auch
mysteriöse und kraftvolle Emotionen vermitteln können.“
Roland Sproll

Schattendasein
Mit seiner Installation setzt Roland Sproll das Veranstaltungsmotto durch Schattenprojektionen um, deren Formen mit Formen des Fremden und Neuen kollidieren, kreuzen und verweben.
Biografie
Roland Sproll ist freiberuflich tätig als Digital Media Artist. Er agiert dabei in den Bereichen interaktives Design, Video, 3D, Musik und Programmierung. Als Lehrbeauftragter der Hochschule Furtwangen unterrichtet Roland Sproll multimediale Programmierung und Computergrafik. Während des Studiums
zum Dipl.-Inf. Medien erhielt er mit 2 Komiltionen den Publikumspreis beim Videokunstpreis von ZKM und SWR für die Videoarbeit “True to Type”. Zentraler Aspekt seines langjährigen, künstlerischen Schaffens ist das Ausloten der Grenzbereiche von analoger und digitaler Technik.
Ulrich Troyer

Sehen mit Ohren
“Sehen mit Ohren” ist eine Komposition in 5.1, die sich mit dem akustischen Aspekt der Architekturwahrnehmung beschäftigt. Sechs blinde Menschen aus Wien erzählen über ihre Wahrnehmung von Architektur, die Bedeutung von Raum und wie sie sich in der Stadt akustisch orientieren. Sie berichten über Schlittschuhlaufen nach akustischen Gesichtspunkten, warum man Postkästen nicht hört oder wie ein Wiener Schnitzel klingt, kurz bevor es anbrennt.
Die Interviewsequenzen werden mit Soundscapes von ebenfalls in Wien aufgenommenen Innen- und Außenräumen zu einem fraktalen Hörstück verwoben. Raumfolgen werden im Zeitraffer abgebildet, durch Überlagerung entstehen im Lauf des Stückes neue akustische Räume, die sich traumähnlich zu
verformen beginnen.
Biografie
Ulrich Troyer lebt seit 1992 in Wien. Er studierte Architektur und arbeitet als freiberuflicher Musiker und Künstler. Des weiteren ist er Mitglied des Gemüseorchesters.
Tags: anti-matter-plant, audio&video installationen, elektroakustik, interaktiv, mehrklang, musique concrète, neue musik, pd
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